Ausbildungspate für Auszubildende im Handwerk mit Fluchtgeschichte –

Fragen und Antworten

 

Über 700 Auszubildende im oberbayerischen Handwerk haben eine Fluchtgeschichte. Sehr viele sind trotz schwieriger Lebensumstände hoch motiviert. Aus verschiedenen Ländern und Kulturen kommend und mit unterschiedlichen Voraussetzungen haben sie es geschafft nach einer zum Teil 2-jährigen schulischen Vorbereitung, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Dabei lag der Schwerpunkt auf dem Erlernen der deutschen Sprache und dem Kennenlernen der Berufswelt durch Praktika in Betrieben. Zwar werden die Auszubildenden in den Betrieben und durch die Berufsschule angeleitet und begleitet, doch zeigt sich immer wieder zusätzlicher Begleitungsbedarf, u.a. im Spracherwerb und der Nacharbeit des Lernstoffs der Berufsschule. Dafür gibt es das Projekt „Handwerkspaten“.

 

Wir als Projektträger, der Evangelische Handwerkerverein München von 1848 e.V., der Fachdienst „Kirche und Handwerk“ der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, die Handwerkskammer für München und Oberbayern, das Evangelische Bildungswerk und der Evang.-Luth. Dekanatsbezirk München freuen uns über Ihr Interesse an dieser ehrenamtlichen Aufgabe.

 

Gewiss haben Sie dazu Fragen. Auf einige geben wir Ihnen schon hier erste Antworten. Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Zum Beispiel Herr Döppert Montags von 17.30 bis 21.00 Uhr in unserem „Treffpunkt Handwerkspaten“ in der Mathildenstraße 4 (1. Stock, beschil-dert) oder telefonisch unter 089 – 548626-25 oder per Mail an handwerkspaten@ehv-muenchen.de .

 

Nachdem Sie mit Herrn Döppert Ihre Bedingungen und Möglichkeiten geklärt haben und offene Fragen beantwortet sind, wird Ihnen vom Ausbildungsbegleiter der Handwerkskammer, Herrn Hofbauer, eine Auszubildende bzw ein Auszubildender vorgeschlagen. Dabei wer-den Ihre Möglichkeiten und der Bedarf beim Auszubildenden berück-sichtigt. Bei Ihrem ersten Kontakt – zB im Treffpunkt – begleiten wir Sie gerne.

 

1.   Muss ich selbst im Handwerk ausgebildet oder tätig sein?

Nein, nicht unbedingt. Sie sollten Berufs- und Lebenserfahrung haben. Falls einmal Fachfragen auftauchen, steht Ihnen unser Treffpunktleiter zur Verfügung. Entscheidend ist der vertrauensvolle zwischenmenschliche Kontakt zwischen Ihnen und dem bzw der Auszubildenden.

 

2.   Wieviel Zeit muss ich als Handwerkspate – oder -Patin aufwenden?

Ein wöchentliches oder 14-tägiges Treffen an einem neutralen Ort (zB in unserem Treffpunkt) von ca. 2 Stunden nach individueller Absprache. Die Auszubildenden selbst sind oft zeitlich sehr eingespannt.

 

3.   Auf welche Dauer ist die Begleitung angelegt?                           

    Die Begleitung geschieht beidseitig auf freiwilliger Basis und zu den von den Beteiligten vereinbarten Bedingungen. Sie endet spätestens mit Ende der Ausbildungszeit, kann jedoch nach Kontakt mit dem Treffpunktleiter und Herrn Hofbauer von der Handwerkskammer vorher beendet werden.

 

4.   Wie bekomme ich einen Auszubildenden?

Nachdem Sie mit Herrn Döppert Ihre Bedingungen und Möglichkeiten geklärt haben und offene Fragen beantwortet sind, wird Ihnen vom Ausbildungsbegleiter der Handwerkskammer, Herrn Hofbauer, eine Auszubildende bzw ein Auszubildender vorgeschlagen. Dabei wer-den Ihre Möglichkeiten und der Bedarf beim Auszubildenden berücksichtigt. Bei Ihrem ersten Kontakt – zB im Treffpunkt – begleiten wir Sie gerne.

 

5.   Was ist, wenn Schwierigkeiten auftauchen?

Sie werden vom Leiter des Treffpunkts und ggf. weiteren Fachleuten unterstützt, begleitet und beraten. Gemeinsam ist die Situation zunächst zu erfassen und zu klären. Es wird nach Lösungen gesucht. Sollte es auf Dauer keine geben, muss die Begleitung notfalls beendet werden.

 

6.   Welche weitere Unterstützung bekomme ich als Handwerkspate?

Neben der grundsätzlichen Ansprechbarkeit für Ihre aktuellen Fragen zur Begleitung über den Treffpunktleiter findet vierteljährlich ein Seminartag mit Erfahrungsaustausch, Supervision und Weiterbildung statt.

 

7.   Werden meine Unkosten erstattet?

Wie bei ehrenamtlicher Tätigkeit üblich werden Ihnen Fahrtkosten im ÖPNV ersetzt. Die Erstattung zusätzlicher Unkosten bedarf der vorherigen Absprache mit dem Treffpunktleiter.

Bei der Beantragung des erforderlichen polizeilichen Führungszeugnisses sind wir behilflich.

 

8.   Was habe ich davon?

Sie erweitern Ihren persönlichen Horizont und arbeiten bei einer Erfolgsgeschichte mit Zukunft mit! Denn Sie helfen einen jungen Menschen in unsere Gesellschaft zu integrieren und begleiten ihn auf seinem Weg in einen qualifizierten Handwerksberuf, damit er sich selbst eine Existenzgrundlage schaffen kann, wo auch immer.

 

Vielen Dank!

 

Das Projektteam von „Handwerkspaten“.